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Buy Me A Coffee

Die totale Verwandlung

By Hadashino

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Eine neue Kundin

Als Antje an diesem Tag als letzte Kundin mein Piercing-Studio betrat, wirkte sie sehr aufgeregt und schüchtern. Sie war der Typ, durch den man(n) eigentlich hindurchschaut. Ihr dunkles Haar trug sie in der Mitte gescheitelt und kinnlang. Aus Verlegenheit fuhr sie sich immer wieder mit der Hand durchs Haar und strich die Strähnen hinter ihre Ohren. Sie war ungefähr 1,65 groß, irgendwo zwischen 18 und 19 und trug eine schwarze Jeans und einen grauen Strickpulli, eben der Typ ‘Mädchen von nebenan’. Wenn man sich die Mühe machte, Sie näher zu betrachten, gab es ein makelloses Antlitz zu entdecken, das nur von ihren etwas zu buschigen Augenbrauen geschmälert wurde. Ihre Figur war tadellos. Ihr kleiner Mund war vor Aufregung zu einem Strich zusammengepresst, als sie darauf wartete, an die Reihe zu kommen.

Ich hätte auf einen dezenten Nasenstecker getippt, um so überraschter war ich, als sie ihren Wunsch äußerte, ein großes Septum gestochen zu bekommen, in dem sie einen Bullenring tragen wollte. Dabei strich sie sich wieder mehrfach Strähnen ihres dunkelbraunen Haares hinter die Ohren. Ich sagte ihr, dass das ihren Typ ziemlich verändern würde, Leute auf der Straße würden sich nach ihr umdrehen, ein Untertauchen in der Menge wäre nicht mehr möglich. Sie druckste ein wenig rum und sagte dann, zunächst unsicher aber dann zunehmend bestimmter, dass genau das ihr Wunsch wäre. Sie wäre es einfach leid, immer nur eine graue Maus zu sein, von der keiner Notiz nimmt. Alle würden sie für die harmlose, schüchterne Kleine halten und damit soll nun endgültig Schluss sein.

Das Piercing

Sie suchte sich einen geschlossenen Silber Clicker Ring mit 2mm Stabstärke aus. Aufgrund der Dicke des Stabs und ihrem Wunsch das Piercing noch weiter zu dehnen, um noch dickere Ringe tragen zu können, entschied ich mich, dazu das Septum zu punchen. Tapfer ertrug sie, wie das Piercingswerkzeug präzise ein kreisrundes Stück ihrer Nasenscheidewand herausstanzte, ja sie schon den Schmerz sogar zu genießen. Nachdem ich den Ring eingesetzt hatte, betrachteten wir beide eine Weile schweigend ihr Spiegelbild. Sie wirkte nun schon ein wenig gelöster, aber richtig zufrieden erschien sie mir noch nicht. In der Tat sah sie nun aus, wie eine graue Maus, mit einem Ring durch die Nase.

Ein aufregender Vorschlag

Eher beiläufig sagte ich: “Es sind die Haare.”

“Ich weiß einfach nicht, was ich mit ihnen machen soll”, sagte Antje, “alles sieht beliebig aus. Sie fallen einfach platt an mir herab.”

“Rasier sie doch einfach ab”, sagte ich mit einem breiten Grinsen.

“Du spinnst”, kicherte Sie, doch das erste mal, seit sie mein Studio an diesem Abend betreten hatte, zeigte sich ein wundervolles Lachen auf ihren Gesicht.

“Ich mein es ernst”, sagte ich ihr und strich ihr alle Haare mit der Hand aus dem Gesicht. Ich hielt ihre Haare ganz fest an den Oberkopf gedrückt, so dass es im Spiegel fast wie eine Glatze aussah. Sie betrachtete ihr Spiegelbild eingehend, dann sagte sie wie befreit “Du hast recht!”, dabei drehte sie sich ruckartig um und war über das ganze Gesicht am strahlen.

Die Rasur

Nun wussten wir, was zu tun war. Ich holte meine Haarschneidemaschine, Rasierseife und einen Nassrasierer. Ich scheitelte ihr Haar sauber in der Mitte und sie strich sich ein letztes mal die Strähnen hinter die Ohren. Dann nahm ich den Abstandshalter von der Haarschneidemaschine ab und setzte genau am Scheitelbeginn an. Das Geräusch der Maschine veränderte sich, als sie sich entlang Antjes Scheitel durch ihr dunkelbraunes, fast schwarzes Haar fraß. Ich zog bis zum Nacken durch und ein großer Büschel Haare fiel auf ihren Pulli.

“Wow”, entfuhr es ihr immer wieder, “wow.”

“Darf ich mal anfassen”, fragte sie.

“Klar”, sagte ich und sie fuhr sich mit den Händen immer wieder über die breite fahle Spur, die die Maschine auf ihrem Kopf hinterlassen hatte.

“Fühlt sich echt klasse an!”

Ich wollte gerade erneut ansetzen, als sie bebend vor Aufregung herausstieß: “Darf ich auch selber mal?!”

Sie nahm die Maschine und mit einem Ausdruck tiefster Befriedigung rasierte sie sich von der Stirn bis zum Oberkopf die Haare links und rechts meiner ersten Spur ab. Als sie aufhörte, hatte sie eine Halbglatze. Ich kämmte und bürstete den verbliebenen Haarkranz und wir betrachteten erneut Antjes Spiegelbild: “Schon besser”, sagte sie, “schon viel besser.”

Nun machte ich mich daran, von hinten nach vorne auch den Haarkranz abzurasieren. Zum Vorschein kam ein wunderbar wohlgeformter Kopf, der nun fahl und grau scheinbar nur darauf zu warten schien, auf Hochglanz gebracht zu werden. Unter der Kopfhaut zeichneten sich die Knubbel ihrer Schädelknochen ab und sie hatte wunderschöne, abstehende Ohren, die erst ohne Haare so richtig auffielen. Antje war jetzt ganz außer sich. Immer wieder fuhr sie mit ihren Händen über die frisch rasierte Glatze.

“Das ist es”, sagte sie, “das ist genau der richtige Look für mich!”

Dann begann ich ihren Kopf vollständig mit Rasiercreme einzuseifen. Sie kicherte, weil das so ein komisches Gefühl auf der Kopfhaut war, fand es aber ganz toll. Dann setzte ich dort, wo früher mal ihr Haaransatz war, die Rasierklinge an. Ich bemühte mich sehr gründlich zu sein und kein Stöppelchen zu übersehen. So dauerte es einige Weile, bis auch das letzte von dem, was noch an Antjes dunkelbraunes Haar erinnerte, von ihrer Kopfhaut entfernt worden war. Ich nahm einen Waschlappen und wusch die Reste der Rasierseife von ihrem Kopf. Dieser glänzte nun im Licht der Deckenbeleuchtung: Antje hatte eine spiegelblanke Glatze! Sie drehte sich zu mir um und sagte nur: “Danke, dass Du mir dabei geholfen hast. Ich bin so begeistert, ich könnte”, und dann hüpfte sie vor Begeisterung wild um mich herum. Als sie sich nochmals setzte, um genüsslich ihr Spiegelbild zu betrachten, sagte ich: “Also, ich weiß nicht, ich finde…”

“Sag ruhig”, lachte sie mich an. Ich nahm etwas übriggebliebene Rasierseife und strich sie auf ihre dichten Augenbrauen.

“Du meinst?”, guckte sie erschrocken. Ich antwortete nicht, sondern setzte den Rasierer an ihrer linken Augenbraue an. Es dauerte nur Sekunden, dann war sie abrasiert. Und dann auch die rechte. Nun sah sie wirklich perfekt aus. Minutenlang genossen wir gemeinsam diesen Anblick: Befreit vom Haar, war die perfekte Form ihres Kopfes zum Vorschein gekommen, keine Augenbrauen störten mehr ihr makelloses Anlitz, der große Ring in ihrer Nasenscheidewand gab ihrem Gesicht Ausdruckskraft. Ihre wunderschönen dunklen Augen mit den langen blauschwarzen Wimpern kamen nun, da kein Haar mehr störte, erst richtig zur Geltung. Aus der grauen Maus war eine Frau mit Klasse geworden. Sie bedankte sich noch mehrmals und nahm mich überglücklich in den Arm. Zum Abschied gab ich ihr noch einen Kuss auf ihre spiegelblanke Glatze. So gut müsste jeder Arbeitstag enden.

Das Wiedersehen

Monate später habe ich Antje in einer Kneipe mal wieder getroffen. Sie trug noch immer eine spiegelblanke Glatze, die Kopfhaut hatte jedoch den gleichen Teint wie ihr Gesicht angenommen, ein Zeichen regelmäßigen Rasierens. Sie sah umwerfend aus, denn sie hatte auch ihre Kleidung ihrem neuen Look perfekt angepasst: Sie trug einen hautengen Lackcatsuit in Capri-Länge und dazu mindestens 11 oder 12 cm hohe Stiletto-Pantoletten. Sie trug ein Nietenhalsband, Nietenarmbänder und Nietenfesseln um ihre Fußgelenke. Lippen, Fußnägel und Fingernägel -die eine beachtliche Länge erreicht hatten- leuchteten in kräftigen Rot. Begleitet wurde sie von einem wirklich gutgebauten und gutaussehenden Typen, wie sich rausstellte, ein Kollege von mir aus einer anderen Stadt. Er hatte ihren Look dadurch perfektioniert, dass nun auch Zunge, Lippe, Nasenflügel und Ohren von großen Piercings geschmückt waren. Die beiden setzten sich zu uns und wir kamen ins Gespräch. Meine Vermutung war richtig, Antjes Kopf wurde in der Tat täglich rasiert. Zwar hatte sie zunächst versucht, ihre Haare wachsen zu lassen, doch sobald ihr Kopf voller Stoppel war, hatte sie das unbändige Verlangen, diese wieder abzurasieren. Dann zeigte sie mir ein altes Foto von ihr, dass sie noch mit ihren kinnlangen schwarzen Haaren abbildete.

“Das trag ich immer bei mir”, sagte sie, “weil ich nie im Leben wieder so aussehen möchte. Oft merke ich, dass Mädels, die so aussehen, mir auf der Straße lange neidisch hintergucken. Für die kann ich nur Mitleid empfinden. Ich bin so froh, dass ich diese Zeiten hinter mich gebracht habe.”

Dabei lächelte sie ihren Freund an, der ihr zärtlich über die Glatze streichelte.

“Eins muss ich Dich nun aber doch fragen”, sagte ich, “wenn Du früher verlegen warst, strichst Du Dir immer eine Haarsträhne hinter die Ohren, was machst Du denn jetzt, wenn Du verlegen wirst?”

“Ich werde nicht mehr verlegen!”, antwortete sie selbstbewusst.

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